Grab des heiligen Mauritius in der Abtei Saint-Maurice

Saint-Maurice

Der Zwischenhalt von Sigerich in Saint-Maurice ist eine wichtige Etappe auf seinem Weg. An der Schwelle zum Jahr 1000 ist die 515 gegründete Abtei weitherum bekannt. Schon in der Römerzeit ist der Ort durch die hier stationierte Garnison bekannt, die den Zugang zum Wallis bewacht. Seine religiöse Ausstrahlung beginnt am Ende des 3. Jahrhunderts, als eine römische Legion aus Theben mit ihrem Anführer Mauritius auf Geheiss von Kaiser Maximilian getötet wird, weil sie sich weigert, andere Christen zu massakrieren. Der erste Walliser Bischof, der Heilige Theodor, vereint die Reliquien der Märtyrer am Fuss des Felsentors. Zum Gedenken an das Martyrium des Heiligen Moritz und seiner Gefährten wird der antike römische Nymphen-Tempel zum Mausoleum.

Jüngste archäologische Grabungen ergaben, dass nacheinander mehrere Kirchen an diesem Ort standen. Die erste stammt aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts nach Christus, die heutige Basilika wurde im 17. Jahrhundert errichtet, 1946 bis 1949 restauriert und 2005 renoviert. Sigerich besuchte die von den Äbten Vultcherius und Altheus Ende des 18. Jahrhunderts erbaute karolingische Abtei. Eine architektonische Besonderheit ist ihre Ausrichtung nach Westen, damit der Chor über das erste Mausoleum zu stehen kam. Als Hochburg des Glaubens dem ewig dauernden Lobgesang der Märtyrer geweiht, sah das Kloster Saint-Maurice zahlreiche Pilger und illustre Persönlichkeiten vorbeiziehen und wurde mit vielen Gaben bedacht. Bereits 990 gehörten dem Kloster das Sardonyx-Gefäss, die Wasserkanne Karls des Grossen und der Theoderich-Schrein, die zusammen mit den Reliquien der Märtyrer den bekannten Klosterschatz bilden.