Die Teufelsbrücke im 18. Jahrhundert in einer Ansicht von Claude-Louis Chatelet (1753–1794).

Die Anfänge der Handelsroute

Trotz geografischer Vorzüge und der relativ kurzen Anfahrten mit einem einzigen Übergang wurde die Gotthardroute im Vergleich mit den Bündner Pässen oder dem Grossen St. Bernhard spät für den Fernhandel ausgebaut. Um das Jahr 1200 wurde die Schöllenenschlucht sehr wahrscheinlich passierbar gemacht, was als Beginn des Handelsverkehrs auf der Gotthardroute betrachtet wird. Der Passübergang war zweifellos schon seit römischer Zeit bekannt, diente jedoch in erster Linie einem spärlichen Regionalverkehr zwischen Urseren und der Leventina.

Von Norden her, aus dem Urner Reusstal, sind Verkehrsverbindungen vor 1200 ebenfalls anzunehmen. Um nach Andermatt zu gelangen, musste als Umgehung der Schöllenen jedoch ein beschwerlicher Aufstieg über den Bätzberg oder die Rientalalp in Kauf genommen werden. Politisch gesehen hatte diese Verbindung auch nicht oberste Priorität, denn das Urserental war als Teil der Grundherrschaft des Kloster Disentis ostwärts gerichtet. Wirtschaftliche wie auch grundherrliche Verbindungen bestanden auch zur Leventina und zum Goms.