Mit der Eröffnung der Gotthardbahn 1882 wurde aus dem Bauerndorf Erstfeld ein wichtiger Eisenbahnstandort.

Das Eisenbahn-Zeitalter

In den 1870er-Jahren wurde die Gotthardbahnlinie angelegt; der Durchstich des Tunnels erfolgte 1880 und die Eröffnung im Jahr 1882. Die eidgenössische Politik, Presse und Wirtschaft feierten die Bahn mehrheitlich als epochales Werk, das der Gotthardroute und der Schweiz für Jahrzehnte den Vorrang im alpenquerenden Verkehr sichern würde.

Anders war dagegen die Stimmung in der Urner Bevölkerung, wie die folgende Schilderung von Bundespräsident Simon Bavier vom Eröffnungstag am 23. Mai 1882 zeigt: «Die Fahrt ging bei herrlichem Wetter von sich; die Bevölkerung längs der Gotthardbahn bis Flüelen war festlich gestimmt und begrüsste uns mit Hochrufen und Kanonenschüssen. Am Gotthard jedoch fanden wir grosse Ernüchterung. In Amsteg war eine schwarze Fahne ausgehängt, und die armen Leute hatten nicht unrecht; denn der Verkehr, der täglich mit mehr als 400 Pferden stattfand und grossen Verdienst brachte, hörte nun auf, und der 'Brotschelm', wie sie die Lokomotive nannten, nahm alles weg. Die Urner hatten überdies an Subvention eine Million geleistet und mussten noch dafür steuern, dass ihnen der Verdienst weggenommen wurde. Es hat mich diese Urnermisere immer mehr in der Überzeugung bestärkt, dass bei internationalen Alpenbahnen die in den Alpen liegenden Strecken verlieren und die weiter entfernt liegenden Zentren gewinnen». Diese Zeilen lassen den grossen Verlust erkennen, den das Ende des Gütertransports und der Postkutschenkurse über den Gotthard für die Bevölkerung bedeutete.