Salzstrasse und Transport
Das Wegnetz
Von Frankreich aus gelangte das Salz auf verschiedenen Routen nach Bern. Wo immer möglich benutzte man den billigeren Wasserweg. Die Hauptroute führte über Levier, Pontarlier und den Col de Jougne nach Yverdon-les-Bains, wo die Fracht auf Schiffe umgeladen und nach Murten weitertransportiert wurde. Die restlichen Kilometer wurden wiederum auf dem Landweg zurückgelegt.
Als weitere Varianten standen der direktere Weg über Chalamont und den Col des Etroits nach Yverdon und die verlängerte Wasserstrasse über Bielersee, Zihl und Alte Aare zur Auswahl. Im 17. Jahrhundert versuchte man mit dem Bau des Aarberger Kanals im Seeland den Umweg über Nidau abzukürzen. Diese Konstruktion bewährte sich allerdings nicht und musste nach rund 30 Jahren wieder aufgegeben werden. Je nach politischer Situation kam zudem die Landroute von Pontarlier über das Val de Travers in Frage.
Der Transport auf dem Land
Es ist anzunehmen, dass der Salztransport in den Anfängen hauptsächlich mit Saumtieren betrieben wurde. Aus Pretin, einem Ort in der Nähe von Salins-les-Bains, ist beispielsweise bekannt, dass eigens für den Salztransport Maultiere gezüchtet wurden. Später wurde der zunehmende Transportbedarf durch den Einsatz von Fuhrwerken sichergestellt. Wie die etlichen Überreste von Geleisestrassen im Jura bezeugen, verkehrten in hügeligem Gelände wohl ausschliesslich einachsige Karren. Auf den flacheren Partien im Mittelland ist jedoch mit zweiachsigen Wagen als Transportmittel zu rechnen. Nicht auszuschliessen ist zudem der Einsatz von Schlitten zur Winterszeit.
Der Transport auf dem Wasser
Für den Transport auf den Seen kamen mit Segeln bestückte Barken zum Einsatz, auf Fliessgewässern kleinere Weidlinge. Flussaufwärts wurden die Weidlinge getreidelt, das heisst von Menschen oder Pferden vom Land aus gezogen. Die Flussreise von Nidau bis zur Neubrücke bei Bremgarten konnte auf diese Weise gut und gerne 5–6 Tage in Anspruch nehmen. Dass sich bei solchem Aufwand das an sich schon kostbare Salz noch weiter verteuerte, ist leicht verständlich.


