Lötschberg, Handzeichnung von 1698

Von Touristinnen, Käsehändlern und Gletscherforschern

Auf der Oberland-Tour von Meiringen über die Kleine und Grosse Scheidegg nach Lauterbrunnen konnten die Reisenden die heile Alpenwelt entdecken. Sie war bereits in den 1830er-Jahren so beliebt, dass sie als «Heerstrasse aller Lustwandler» verspottet wurde. Die extremen alpinen Verhältnisse der Berner und Walliser Alpen zogen auch Pioniere der Gletscherforschung wie Franz Joseph Hugi (1791–1855) und John Tyndall (1820–1893) in ihren Bann.

Die Sefinafurgga soll im Mittelalter eine Auswanderungsroute der Walser gewesen sein. Auf dem Lötschenpass und im Goms gibt es Funde aus der Stein- und der Bronzezeit. Diese Objekte zeigen, dass hier schon damals Menschen unterwegs waren und die Täler besiedelten. Über den Grimselpass transportierten Säumer den Sbrinzkäse aus der Zentralschweiz nach Italien und kehrten zurück mit Reis, Wein, Leder und Gewürzen.

In den 1930er-Jahren hat der Kraftwerkbau die Grimsel-Landschaft stark verändert. Die alte Passstrasse und der Saumpfad gingen teilweise in den Fluten der modernen Energiegewinnung unter. Heute steht das Gebiet um den Aletschgletscher als UNESCO Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch unter besonderem Schutz.