Ein Reisebericht als Momentaufnahme
Nicht nur alte Kenner der Schweiz gehörten Cooks Reisegruppe an. Die 31-jährige Jemima Morrell verfasste einen spannenden Bericht über die Reise. Die Tochter eines englischen Pastors war eine Vertreterin der britisch-viktorianischen Gesellschaftsschicht, die sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts das Reisen leisten konnte und diese Möglichkeit auch wahrnahm: die Schicht der zu neuem Wohlstand gelangten Mitglieder des kleinen Landadels, der Repräsentanten der Freiberufe (Professoren, Ingenieure, Fabrikanten, Künstlerinnen) und des Handels (Kaufleute, Bankiers), die aus kulturellem Fleiss oder einfach zum Vergnügen reisten.
Jemima Morrells Bericht bietet eine detailgenaue Darstellung vom Ablauf der Reise von London über Paris und Genf nach Chamonix und Luzern, um dann schliesslich über Pontarlier die Schweiz zu verlassen.
Mit dem genauen Blick aufs Fremde
Die Autorin führte nicht nur die Verkehrsmittel, die auf den verschiedenen Etappen zur Verfügung standen, sowie die Hotels, in denen die Gruppe übernachtete, genaustens auf, sondern auch die Betreiber dieser Angebote, wobei kein aufsässiger Gepäckträger und kein schlechter Wirt vor ihrer spitzen Feder sicher war. Der Bericht stellt eine Momentaufnahme der Tourismusinfrastruktur im Sommer 1863 dar.

