Wallfahrerin, gezeichnet von Ludwig Vogel, 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Pilgerinnen und Pilger

Zur traditionellen Ausrüstung für die Wallfahrt gehören ein breitkrempiger Hut und ein weiter, ärmelloser Mantel (Pelerine) als Schutz vor dem Wetter. Zusätzliche Attribute sind Ledertasche und Pilgerstab sowie das spezifische Abzeichen der Santiagopilger, die Jakobsmuschel.

Zahlreiche Frauen waren ebenfalls als Wallfahrerinnen unterwegs. Sie reisten im Familienverbund, mit ihrem Ehegatten oder alleine. Eine besonders fleissige Pilgerin war die Mutter des Knaben Schnappeler.  Die Gründungslegende der Heiligkreuzkapelle Kreuzlingen-Bernrain erzählt davon:
Schnappeler, ein richtiger Lausbub, kam eines Tages beim Holzsammeln mit seinen Kumpanen nach Bernrain. Dort sah er ein hölzernes Christusbild, das wegen des kalten Wetters einen Wassertropfen an der Nase hatte. Schnappeler griff mit dem Finger daran und sagte: «So Herrgott, lass dich einmal schneuzen, dann küss ich dich lieber!». Nach dieser frechen Verhöhnung blieb sein Finger an der Nase kleben. Er löste sich erst, nachdem die Mutter des Knaben sieben Wallfahrten nach Einsiedeln versprochen hatte.