Die ViaSbrinz: Vom klassischen Saumweg zum attraktiven Kulturweg
Die ViaSbrinz umfasst die Voralpenübergänge Brünig und Jochpass, die aus der Innerschweiz ins Haslital führen und die Doppelpässe Grimsel und Gries, die die Route Richtung Süden fortsetzen. Aufgrund archäologischer Funde vermuten einige Forscher, dass die Route Brünig–Grimsel–Gries bereits in römischer Zeit für den Transit gebraucht wurde.
Konkreter fassbar wird die Geschichte des Passverkehrs aber erst im Hochmittelalter, etwa mit dem Auszug der Walser aus dem Goms ins benachbarte Eschental. Ein wichtiges Zeugnis für die Transitfunktion der Route ist der Vertrag von 1397. Darin verpflichten sich diverse Interessengruppen nördlich und südlich der Alpen zur Etablierung eines sicheren Handelsweges.
Die überregionale Bedeutung besonders für die Ausfuhr von Hartkäse und Vieh behält die Dreipässeroute bis zum Aufkommen der ersten alpinen Kunststrassen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit dem Bau der Gotthard-Eisenbahn im Jahre 1885 verfällt der Saumverkehr definitiv. 1894 wird die Passstrasse über die Grimsel gebaut und der Route damit eine touristische Perspektive eröffnet.
Mit der ViaSbrinz sollen nicht nur die historische Transitroute sondern auch die Säumerei mit hohem Erlebniswert wieder aufleben.

