Monastero Disentis

Geschichte

Der Saumweg, der vom Benediktinerkloster Disentis/Mustér über den Lukmanierpass nach Olivone führt, ist ein uralter Weg. Er besass schon in der Vergangenheit strategische, wirtschaftliche, politische und religiöse Bedeutung. Im Vergleich zu anderen Alpenpässen war er besonders gut begehbar und leicht zugänglich. Aus diesem Grund genoss die ViaLucmagn in der Antike und im Mittelalter Ruhm und Reichtum.

Im Namen klingt die Existenz eines grossen oder heiligen Waldes (lucus) mit – doch wo sind die Bäume dieses Waldes geblieben? Sie wurden bereits um das Jahr 1000 gefällt, um Weideflächen zu gewinnen. Heute bezeugt der Arvenwald von Selvasecca, im Herzstück des Wanderwegs, die Existenz des ehemaligen Waldes.

Auf der gesamten Route lassen sich Spuren der Vergangenheit entdecken: an den Pflastersteinen des Weges, der ländlichen Architektur, den zahlreichen Kirchen und Kapellen, den vielen Alpen, und nicht zuletzt in der von Mensch und Vieh gestalteten Landschaft. Die Region ist geprägt vom Einfluss der Disentiser Benediktiner, der Wallfahrt sowie der Käsewirtschaft. Die Spuren der Moderne finden wir mit den neuen Strassen und dem Damm von Santa Maria.

Die ViaLucmagn ist allerdings nicht nur ein Kulturpfad. Sie ist eine eigentliche Reise vom Norden in den Süden, vom kühlen Klima des Graubünden zu den milden Temperaturen des Tessins, von den Ziegen zu den Kühen, von Capuns zu Gnocchi, vom Sursilvan zum italienischen Dialekt des Bleniotals, von den Holz- zu den Steindächern. Dank der ViaLucmagn kommen wir in nur drei Tagen in den Genuss der Multikulturalität des Parc Adula.