Die Eroberung der Alpengipfel

Neben den organisierten Reisen kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein weiteres Phänomen hinzu, der Alpinismus. Bei der Eroberung der Alpengipfel stand zu Beginn jedoch nicht die sportliche Leistung im Vordergrund, sondern in erster Linie die Forschung. Botaniker, Kartographen und Vermesser erklimmten die Berge aus wissenschaftlichen Gründen. Die ersten Berge im Berner Oberland wie die Jungfrau und das Finsteraarhorn wurden bereits 1811/12 bestiegen. Der eigentliche Run auf die Bergspitzen begann jedoch erst nach 1855. Vor allem Engländer und Schweizer wetteiferten um die Erstbesteigung. Nach der Pionierzeit entstanden auch hier die ersten Organisationen, an der Front wiederum die Engländer mit der Gründung des Alpine Club im Jahre 1857. In der Schweiz wurde im Jahr 1863 der Schweizer Alpen-Club SAC gegründet.

Waren die oberen Gefilde der Alpenwelt bisher vor allem den Alpinisten vorbehalten, brach im Berner Oberland in den 1890er-Jahren ein richtiggehendes Bergbahnfieber aus. Vom Erfolg der 1871 eröffneten Rigi-Bahn angetan, wurden zunächst Grindelwald, Lauterbrunnen und Mürren von Interlaken aus erschlossen. In den folgenden Jahren entstanden die Bahnen über die Kleine Scheidegg und auf die Schynige Platte. Von 1898 bis 1912 wurde schliesslich die Jungfraubahn mit dem höchstgelegenen Bahnhof Europas erstellt.