Wie diese Reisegruppe auf der Lithographie von Laurent Deroy (1797-1886) erblickten die frühen Touristen von der Schluecht aus die Berg- und Gletscherwelt von Grindelwald.

Die Pionierzeit

Wie entstanden die Alpen, dieser Wulst wüster Stirnmassen und bizarr zerrissener Gletscherschründe? Wie hat diese raue Umgebung die Pflanzen- und Tierwelt, aber auch die Alpenbewohner beeinflusst? Es waren die Gelehrten des 17. und frühen 18. Jahrhunderts, die sich diese Fragen zu stellen begannen. Das Berner Oberland lockte die Naturwissenschafter, weil man hier die Phänomene der Alpen in unmittelbarer Anschauung studieren konnte. Den Pionieren der Wissenschaft folgten die Schriftsteller und Maler wie Albrecht von Haller oder Caspar Wolf, die in ihren Werken das Gegenbild zur städtischen Welt entwarfen. Durch ihre Darstellungen angelockt, kamen im frühen 19. Jahrhundert die ersten Touristen, vorwiegend aus England. Eine Tour durch das Berner Oberland entwickelte sich zu einem der Höhepunkte der europäischen Reisekultur. Nirgendwo sonst fanden die Fremden eine ähnliche Dichte von Naturwundern und eine solch eindrückliche Landschaft, nirgendwo sonst entsprachen die Einheimischen mehr dem romantischen Bild der freien Hirten. Das vorrangigste Reiseziel dabei wurde nun Grindelwald.